Vorsicht an gesperrten Badestellen: Nicht nur das Wasser, auch der Strand ist oft mit Krankheitserregern belastet. Schädliche Keime aus Abwässern halten sich im Sand sogar länger als im Wasser, wie US-Forscher herausgefunden haben. Dadurch kann der Sand sogar erheblich mehr Bakterien enthalten. Strandgänger sollten dies auch beim Sonnenbaden berücksichtigen.
Sommerzeit ist Badezeit: Bei heißem Wetter suchen viele Menschen Abkühlung im Wasser. In Deutschland ist das glücklicherweise an den meisten Badestellen problemlos möglich. Das Wasser der Küsten und Badeseen erfüllt fast überall die EU-Richtwerte zur Wasserqualität, lediglich 14 Badestellen fielen im Test durch. Da sich dort höhere Werte an potenziellen Krankheitserregern nachweisen ließen, ist das Baden dort vorerst nicht erlaubt. Solche gesperrten Strände gibt es auch in vielen beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Italien oder Frankreich.
Bei den in den Wassertests nachgewiesenen Erregern handelt es sich vor allem um Darmenterokokken und Escherichia coli. Dies sind typische Bakterien, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Ihr Fund gilt daher als Indiz für eine Verunreinigung der Gewässer mit Fäkalien. Mit Abwässern gelangen sie auch an die Gewässer der Badestellen. Schluckt man versehentlich zu viele dieser Bakterien oder bekommt sie auf die Haut, können Übelkeit, Durchfall und Ausschläge folgen.
Keime auch beim Sonnenbaden
Wer nun denkt, der Strand an solchen belasteten Badestellen sei wenigstens noch ein guter Ort zum Sonnenbaden, liegt leider falsch: Im Verlauf des letzten Jahrzehnts haben Wissenschaftler immer wieder auch an den Stränden hohe Konzentrationen der Fäkal-Bakterien gemessen. Ist das angrenzende Wasser belastet, so kommen die Keime im Sand sogar zehn bis hundert Mal häufiger vor als im Wasser.