Kontrollierter Transport: Physiker haben einen Weg gefunden, um verschiedene Lichtsignale gleichzeitig und in entgegengesetzter Richtung durch eine Leitung zu schicken, ohne dass sie sich stören oder Streulicht am Ausgangspunkt erzeugen. Im Prinzip bewegen sich die Photonen dabei in entgegengesetzten Einbahnstraßen-Spuren. Möglich wird diese zweispurige Übermittlung durch ein Phänomen, das die Forschenden „Quadratur-Nichtreziprozität“ getauft haben. Dabei sorgen spezielle Interferenzen dafür, dass die Lichtleitung von der Phase und Richtung abhängig wird.
Bei der Übermittlung von Signalen ist eine möglichst optimale Qualität und Reichweite wichtig. Besonders geeignet sind dafür Materialien, die das Signal so transportieren, dass es nicht zur Rückstreuung kommt. Denn dies würde ein heftiges Störrauschen verursachen. Vor allem in der Photonik und Quantenkommunikation sind daher Bauelemente sehr gefragt, die Signale in einer Art Einbahnstraße übertragen. Physiker sprechen bei einer solchen richtungsabhängigen Übertragung von Nonreziprozität oder NIchtreziprozität.
Einbahnstraßen für Signale gesucht
„Ergänzt durch eine Verstärker kann eine solche Nonreziprozität schwache Signale verstärken, während sie gleichzeitig die Signalquelle gegen Störrauschen schützt“, erklären Clara Wanjura von der University of Cambridge und ihre Kollegen. Dies ist unter anderem bei der Quanteninformationsverarbeitung der Fall, wo die Zustände des Quantencomputers verstärkt werden müssen, um sie auszulesen – ohne dass sie durch das Rauschen des Verstärkungsprozesses verfälscht werden.
Das Problem jedoch: Diese Art der nicht reziproken Signal-Einbahnstraßen, beispielsweise in Isolatoren oder Zirkulatoren, erfordert starke Magnetfelder und verursacht starke Verluste in der Signalqualität. Als Folge ist sie wenig effizient. Deshalb suchen Physiker nach Alternativen, die weniger Platz benötigen und nicht auf Magnetfelder angewiesen sind.