Verblüffender Effekt: Wenn das weißliche Mineral Hackmanit radioaktiver Strahlung ausgesetzt wird, ändert es seine Farbe – es wird rosa-violett, wie ein Experiment enthüllt. Je stärker die Belastung mit Alpha-, Beta- oder Gammastrahlung ist, desto intensiver wird die Färbung. Damit könnte sich das Hackmanit als Dosimeter-Material eignen, wie die Forscher berichten. Das Mineral „merkt“ sich sogar vergangene Strahlenexpositionen, weil diese winzige Defekte in seiner Kristallstruktur hinterlassen.
Das Silikat-Mineral Hackmanit erscheint bei Tageslicht meist weißlich und ist auf den Blick eher unauffällig. Doch das ändert sich, wenn man dieses Mineral UV-Strahlung oder Röntgenstrahlen aussetzt. Dann beginnt das Hackmanit im Dunklen zu leuchten – es zeigt eine starke Lumineszenz. Parallel dazu ändert sich auch die Farbe des Minerals: Es färbt sich intensiv rot-violett. Unter Röntgenbestrahlung ist diese reversible Verfärbung umso intensiver, je stärker die Strahlung ist.

Bei radioaktiver Bestrahlung rosa-violett
Doch das ist nicht alles, wie nun Sami Vuori von der Universität Turku und seine Kollegen herausgefunden haben. Sie hatten untersucht, wie Hackmanit auf verschiedene Arten der radioaktiven Strahlung reagiert. Dafür platzierten sie Mineralproben in unterschiedlichen Abständen von standardisierten Emittern von Alpha-, Beta- und Gammastrahlung. „Anschließend wurden die Reflexionsspektren der Proben analysiert, um die Farbtiefe zu ermitteln“, erklärt Vuori.
Es zeigte sich, dass das Mineral auch auf radioaktive Strahlung mit einem Farbwechsel reagiert. „Die Farbveränderung durch die Radioaktivität war der durch UV- und Röntgenstrahlung sehr ähnlich, aber etwas langsamer“, berichtet Vuori. Ähnlich wie beim Röntgenlicht färbte sich das Hackmanit dabei umso intensiver rötlich-violett, je stärker die Strahlung war. Und auch dieser radioaktiv bedingte Farbwechsel ist reversibel: Endet die Strahlenbelastung, entfärbt sich das Mineral langsam wieder.