Licht im Dunkeln: Von Astronauten geschossene Fotos der nächtlichen Erde zeigen das Problem der Lichtverschmutzung – und dies deutlicher als Messungen von Satelliten aus. Wissenschaftler nutzen diese Aufnahmen daher, um eine globale Karte der nächtlichen Helligkeit zusammenzustellen und auszuwerten.Ein erstes Ergebnis: An vielen Orten wird möglicherweise zu viel Geld in die Straßenbeleuchtung gesteckt.
Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS haben den atemberaubenden Anblick der Erde aus dem Orbit in zahllosen Bildern festgehalten. Besonders eindrucksvoll erscheinen die nächtlichen Lichter, die manche Städte im Dunklen einfacher erkennbar machen als bei Tag. Doch so beeindruckend dieser Anblick der nächtlichen Erde auch sein mag – die Bilder verdeutlichen auch ein anderes Phänomen, dass immer weiter zunimmt: die sogenannte Lichtverschmutzung.
Katalog von 130.000 Fotos
Nächtliches Streulicht macht astronomische Beobachtungen an vielen Orten praktisch unmöglich, weil unsere künstlichen Lampen die Sterne völlig überstrahlen. Außerdem hat das Licht während der Nacht schädliche Folgen für unsere Gesundheit: Es stört den Tag-Nacht-Rhythmus und kann zu Übergewicht und Depressionen führen.
Mit Hilfe der von der ISS aus geschossenen Fotos wollen Wissenschaftler um Alejandro Sánchez de Miguel von der Universidad Complutense de Madrid die Lichtverschmutzung auf der ganzen Welt genauer erfassen. Bereits seit Juli 2014 arbeiten sie im Citizen Science Projekt „Cities at Night“ daran.