Akustische Chemie: Eine US-Physikerin hat erstmals alle chemischen Elemente des Periodensystems hörbar gemacht. Jedes Atom ist durch einen individuellen Klang vertreten, dessen Höhe, Dauer und akustische Merkmale direkt aus den Spektrallinien dieses Elements abgeleitet sind. Im resultierenden Klangspektrum erzeugen leichtere Elemente hörbar andere Töne als beispielsweise Schwermetalle, weil die Linien in ihren Spektren unterschiedlich breit gestreut sind.
Wie klingt ein Protein? Und wie kosmisches Phänomen wie ein Schwarzes Loch oder unsere Sonne? Schon länger versuchen Wissenschaftler, physikalische Phänomene über die Umwandlung in hörbare Klänge begreifbarer zu machen. Für diese „Sonification“ wandeln sie die hochfrequenten Vibrationen von Molekülen und Strahlenausbrüchen oder auch die langsamen Schwingungen des solaren Plasmas in für uns hörbare Schallfrequenzen um.

Spektrallinien als atomarer Fingerabdruck
Jetzt hat die US-Physikerin Jill Linz dieses Prinzip auf das Periodensystem der Elemente angewendet. Als Basis für ihre Umwandung der atomaren Eigenheiten in Schall nutzte sie dabei die Spektrallinien der verschiedenen Elemente. Diese entstehen, wenn die Atome angeregt, weil sie beispielsweise durch Hitze oder Strahlung angeregt werden. Wenn die Atome dann wieder in den Grundzustand zurückfallen, geben sie die überschüssige Energie in Form von Strahlung ab.
Das Muster dieser Strahlenemission ist je nach Element verschieden. Die Wellenlängen der Spektrallinien, ihre Menge und ihre Verteilung über das elektromagnetische Spektrum bilden daher einen eindeutigen spektralen Fingerabdruck jedes chemischen Elements. Er wird beispielsweise von Forschern genutzt, um Gase in den Atmosphären von Exoplaneten zu identifizieren oder die Zusammensetzung von Materialien zu bestimmen.