Nicht nur hochauflösend, auch blitzschnell: Zur extremen räumlichen Auflösung der STED-Mikroskopie haben Wissenschaftler nun auch eine hohe zeitliche Auflösung hinzugefügt. Bei bis zu 1.000 Bildern pro Sekunde lassen sich Viren beim Eindringen in Zellen oder Transportvorgänge in lebenden Zellen beobachten, berichten die Forscher im Magazin „Nature Methods“.
Die Lichtmikroskopie ist eine der wichtigsten Methoden der modernen Forschung, besonders in der Medizin und der Biologie. Mittlerweile lassen sich gezielt Biomoleküle mit fluoreszierenden Farbstoffen markieren und dann direkt unter dem Mikroskop beobachten, auch in lebenden Zellen und in intaktem Gewebe.
Zeitliche Auflösung für Nobelpreis-Mikroskopie
Dank der sogenannten STED-Mikroskopie lässt sich die mögliche räumliche Auflösung drastisch nach unten verschieben, so dass mittlerweile auch im Lichtmikroskop Objekte im Nanometer-Bereich sichtbar sind – bis vor wenigen Jahren benötigte man dafür noch ein Elektronenmikroskop. Für diese Weiterentwicklung erhielt der deutsche Wissenschaftler Stefan Hell gemeinsam mit zwei amerikanischen Kollegen den Nobelpreis für Chemie im Jahr 2014.
Doch neben einer hohen räumlichen Auflösung ist auch eine hohe zeitliche Auflösung von Vorteil. Sie ist immer dann wichtig, wenn Vorgänge so schnell ablaufen, dass nur mit einer ganzen Serie von Bildern zu erkennen ist, was im Detail vor sich geht. Dauert das einzelne Bild zu lange, verwischt die Bewegung wie bei der fotografischen Aufnahme eines schnellen Autos mit zu langer Belichtungszeit. Um rapide Veränderungen einzufangen, nimmt man möglichst schnell eine hohe Zahl von Bildern in direkter Abfolge auf.