Mit Verzögerung ins Neue Jahr: Die Silvesternacht ist weltweit eine Sekunde länger als sonst. Denn um 23:59:59 Uhr Weltzeit wird eine Schaltsekunde eingefügt. Sie soll dafür sorgen, dass Atomuhren und astronomische Tageslänge der Erde wieder im Gleichtakt laufen. Die letzte Zeitkorrektur dieser Art ist erst eineinhalb Jahre her.
Unser 24-Stunden-Tag leitet sich aus der Erdrotation ab – eine Umdrehung entspricht einem Tag. Doch unser Planet wird allmählich langsamer und dreht sich zudem leicht ungleichmäßig. Ein Grund ist die abbremsende Wirkung des Mondes, aber auch starke Erdbeben wie 2011 vor Japan, sowie das Schmelzen der Gletscher und der Lauf der Jahreszeiten können die Erdrotation verändern.
Erde hinkt hinter den Atomuhren hinterher
Das Problem dabei: Unsere offizielle Weltzeit beruht seit 1967 auf Atomuhren – und diese laufen mit hoher Präzision gleichförmig. Würde man stur dieser Atomzeit folgen, würde sie im Lauf der Zeit immer mehr von der Tageslänge der Erde abweichen. Im Jahr 1972 beispielsweise hinkte die „Erdzeit“ der Zeit der Cäsium-Atomuhren schon um zehn Sekunden hinterher.
Um solche Verschiebungen zu verhindern, werden seitdem Schaltsekunden in die Weltzeit eingefügt – immer dann, wenn die Zeitmessung der Atomuhren um mehr als 0,9 Sekunden von der per Erdrotation vorgegebenen Zeit abweicht. Gemessen wird die astronomische Tageslänge unter anderem mit Hilfe von Radioteleskopen, die die Position und Drehstellung der Erde in Bezug auf Quasare im All bestimmen.