Leuchtende Farbenpracht: Wenn das Silvester-Feuerwerk beginnt, erstrahlt der Nachthimmel von bunten Leuchteffekten. Glühende Kugeln, explodierende Funkenregen und sprühende Lichtfontänen zeugen von der Vielfalt des Feuerwerks. Aber wie entstehen die bunten Farben? Und was bestimmt, ob eine Rakete Funken sprüht oder eine langlebige Kugel bildet? Hinter allen stecken Chemie und Physik.
Die Tradition des Feuerwerks ist schon Jahrhunderte alt. Schon im alten China wurden bei großen festen Bambusrohre mit einer Mischung aus Kaliumnitrat oder Salpeter, Schwefel und Kohlenstaub gefüllt und ins Feuer geworfen – die ersten Böller. Andere Bambusrohre wurden an Pfeile gebunden, angezündet und in die Luft geschossen. In Arabien gab es bereits im siebten Jahrhundert Schwarzpulver – und damit den „Treibstoff“ der Silvesterraketen.
Der Raketenstart
Wenn eine Silvesterrakete gezündet wird, kommen bereits Chemie und Physik zum Tragen: Beim Kontakt des Schwarzpulvers mit Feuer beginnt eine stark exotherme chemische Reaktion. Sie setzt mit rund drei Metern pro Sekunde große Mengen an Gas frei, darunter Stickstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid.
Durch die Form der Rakete können die Gase nur nach hinten entweichen und sorgen so für einen Rückstoß – die Silvesterrakete hebt ab. Die Menge an Schwarzpulver ist so kalkuliert, dass der Treibstoff genau dann ausgeht, wenn die im Inneren der Rakete langsam weiterbrennende Lunte den Hauptteil der Rakete erreicht – eine Kammer mit einer weiteren Schwarzpulverladung und den Zutaten für die Leuchteffekte.