Unsichtbare Gefahr: Flugpiloten im Landeanflug haben kaum eine Chance, einer Drohne auf Kollisionskurs auszuweichen. Denn in zwei Drittel der Fälle übersehen sie einen nah neben der Landebahn fliegenden Quadrocopter, wie ein Experiment belegt. Schwebt die Drohne auf der Stelle, sinkt die Sichtbarkeit nur auf 13 Prozent. Doch selbst wenn die Gefahr erkannt wird, bleibt zu wenig Zeit für Gegenmaßnahmen, wie die Forscher berichten.
Drohnen sind nützliche Helfer: Sie überwachen Anbauflächen, spüren Schäden an Pipelines oder Zäunen auf oder transportieren Pakete und sondieren Katastrophengebiete. Gleichzeitig erfreuen sich die „fliegenden Augen“ auch im Freizeitbereich steigender Beliebtheit. Doch die massenhafte Zunahme von Quadrocoptern und Co birgt auch ein Risiko: Trotz strenger Flugverbote in der Nähe von Flughäfen und Einflugschneisen kommt es immer wieder zu gefährlichen Beinahe-Kollisionen mit Flugzeugen.

Absturz nicht ausgeschlossen
„Gefährliche Begegnungen zwischen Flugzeugen und Drohnen werden ein immer häufigeres Problem“, sagt Ryan Wallace von der Embry-Riddle-Aeronautical University. So wurden im Jahr 2018 in den USA schon mehr als 2.300 Sichtungen naher Drohnen durch Piloten gemeldet. „Noch besorgniserregender jedoch ist die Zahl der gemeldeten Begegnungen während der Endphase des Landeanflugs“, so Wallace. Allein am Flughafen von Los Angeles gab es im zweiten Halbjahr 2015 17 solcher Vorfälle.
Das Problem: Obwohl eine Drohne im Vergleich zu einem Flugzeug winzig ist, kann sie bei einer Kollision fatale Schäden verursachen – und das Flugzeug sogar zum Absturz bringen. Gerät ein Quadrocopter beispielweise ins Triebwerk, kann dieses ausfallen oder Feuer fangen. Trifft die Drohne die Tragfläche, kann der gesamte Flügel instabil werden, wie Kollisionstests im Windkanal belegen. Zwar blockiert die Firmware moderner Drohnen das Eindringen in die Flugverbotszone rund um Flughäfen, doch diese Software kann ausgehebelt werden.