Gravitation als Fahndungshelfer: Eine neue Art Detektor könnte den Teilchen der Dunklen Materie auf die Spur kommen. Er bestünde aus einer Milliarde winzige Pendel oder fallender Messkügelchen. Fliegt ein Dunkle-Materie-Teilchen an ihnen vorbei, werden sie abgelenkt. Anders als alle bisherigen Experimente weist ein solcher Detektor die Dunklen-Materie-Teilchen über die einzige Eigenschaft nach, die sie definitiv besitzen: ihre Schwerkraftwirkung auf die normale Materie.
Noch immer ist völlig unklar, woraus die Dunkle Materie besteht. Denn keinem Detektor oder Experiment ist es bislang gelungen, ihre Teilchen nachzuweisen. Der Grund dafür: Obwohl diese unsichtbare Materieform überall vorkommt – auch in unserer Milchstraße und in unserem Sonnensystem – interagiert sie kaum mit der normalen Materie – und damit auch nicht mit Detektoren. Einzig ihre Schwerkraftwirkung verrät ihre Existenz.
Nachweis über die Schwerkraftwirkung
Genau an diesem Punkt setzen nun Daniel Carney vom Joint Quantum Institute in Maryland und sein Team an. Sie schlagen vor, die Dunkle Materie über ihre Gravitationswirkung zu „überführen“. Während bisherige Detektoren die Dunkle-Materie-Teilchen über Kollisionen mit Atomen oder in starken Magnetfeldern freigesetzte Lichtblitze suchen, reagiert ihr neuer Detektor direkt auf die winzige Anziehungskraft, die ein vorüberfliegendes Teilchen der Dunklen Materie ausübt.
„Unser Vorschlag ist es, eine dreidimensionale Anordnung von Kraftsensoren zu bauen“, erklären die Forscher. „Wenn dann ein schweres Teilchen der Dunklen Materie durch diesen Detektor fliegt, übt es eine geringe, aber korrelierte Kraft auf die seiner Bahn am nächsten liegenden Sensoren aus. Wie in einer Blasenkammer können wir dann dieses Signal entlang seiner Spur verfolgen.“ Der Vorteil: Störsignale durch kosmische Strahlung oder Erschütterungen erzeugen kein solches gerichtetes Signale und können daher leicht erkannt werden.