Brennstoffzellen sind Hoffnungsträger in Sachen „grüne“ Energieerzeugung – doch ihr Einsatz birgt Schwierigkeiten. Denn im Laufe ihrer Betriebszeit verlieren die Zellen zunehmend an Leistung. Forscher haben nun untersucht, woran das liegt und wie man das Problem beheben kann. Demnach spielt vor allem eine verschlechterte Sauerstoffaufnahme des Kathodenmaterials eine Rolle. Verantwortlich dafür scheinen insbesondere die oft in dem Material enthaltenen Strontium-Atome zu sein.
Brennstoffzellen sollen langfristig dazu beitragen, unsere Energieversorgung mit nachwachsenden Ressourcen zu decken. Prototypen treiben bereits kleine Flugzeuge an und beheizen Privathaushalte. In Brennstoffzellen wird Sauerstoff am positiven Pol, der Kathode, aufgenommen und durch das Material zum Gegenpol transportiert. Dort reagiert er mit dem Brennstoff, meist Wasserstoff, zu Wasser. Bei dieser chemischen Reaktion wird elektrische Energie frei: Strom, der eine Lampe oder eben ein Flugzeug betreiben kann.
Flaschenhals: Sauerstoff
Doch es gibt ein Problem: Bei längerem Betrieb nimmt die Leistung der Brennstoffzelle zunehmend ab. „Der Flaschenhals dieses Gesamtprozesses ist der Sauerstoffeinbau an der Kathode“, erklärt Ghislain Rupp von der Technischen Universität Wien. Damit der Sauerstoff überhaupt schnell genug aufgenommen wird, sind in der Regel hohe Betriebstemperaturen von 700 bis 1000 Grad Celsius nötig. Forscher suchen deshalb schon seit längerer Zeit nach besseren Kathodenmaterialien, die eine niedrigere Betriebstemperatur erlauben.
Einer der vielversprechenden Kandidaten ist Strontium-dotiertes Lanthancobaltat, kurz LSC. Doch auch bei diesem Material gibt es ein Problem: Es ist langfristig nicht stabil, sodass die Leistung der Brennstoffzelle bei diesem Material irgendwann ebenfalls nachlässt. Rupp und seine Kollegen sind nun der genauen Ursache dieser Leistungsbremse auf den Grund gegangen.