Die Form eines Eis ist unverwechselbar – aber erst jetzt ist es Mathematikern gelungen, sie in einer universellen, für alle Eivarianten gültigen Formel zu erfassen. Dafür ergänzten sie die bisherigen Ansätze um eine weitere Gleichung, die den Grad des konischen Zulaufens am spitzen Ende beschreiben kann. Mithilfe dieser Formel lassen sich nun die Eiformen aller Vögel exakt berechnen, aber auch Materialien, Formen oder Gebäude in Eiform besser planen.
Das Ei ist eine nahezu perfekte Erfindung der Natur: Es bietet einem Embryo maximalen Platz, ist aber klein genug, um den Körper der Mutter zu passieren. Einmal gelegt, rollt es nicht weg und es ist so stabil, dass es selbst starken äußeren Belastungen standhält. Kein Wunder daher, dass das Ei seit der Zeit der Dinosaurier verbreitet ist. Und auch Technik und Architektur haben die Eiform schon als Vorbild genommen.
Vier Merkmale des Eis
Doch trotz seiner Bedeutung fehlte eines bisher: eine Universalformel, die alle Eigenschaften eines Eis perfekt beschreibt. Typischerweise werden vier geometrische Formen genutzt, um ein Ei zu beschreiben: der Kreis, die Ellipse, das Oval und das Pyriforme, das den Grad des konischen Zulaufens am spitzen Ende beschreibt. Gerade dieses Spitzzulaufen ist je nach Vogelart unterschiedliche stark ausgeprägt.
„Alle bisherigen Formeln haben das Problem, dass sie zwar eiähnliche Formen in Architektur und Kunst beschreiben können, aber nicht die Vielfalt echter Eier“, erklären Valeriy Narushin vom ukrainischen Umweltforschungsinstitut und seine britischen Kollegen. Zwar existieren für die geometrischen Formbestandteile Kreis, Ellipse und Oval mathematische Gleichungen, für das Pyriforme jedoch fehlte bislang eine passende Formel.