In Brandenburg ist gestern die weltweit erste Pilotanlage für ein Kohlekraftwerk mit CO2-Abscheidung in Betrieb gegangen. Das vom Stromkonzern Vattenfall gebaute Kraftwerk gibt das entstehende Kohlendioxid nicht an die Atmosphäre ab, sondern verflüssigt und speichert es. Die Umweltorganisationen begrüßten zwar die Technologie als klimaschonende Übergangslösung, warnten aber vor dem Bau weiterer Kohlekraftwerke.
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Die Pilotanlage mit einer thermischen Leistung von 30 Megawatt wurde in den vergangenen zwei Jahren am Standort „Schwarze Pumpe“ in der brandenburgischen Lausitz errichtet. In dieser Anlage wird das Kohlendioxid, das im Kraftwerksprozess entsteht verflüssigt und für die langzeitsichere unterirdische Speicherung weiter behandelt. „Die Pilotanlage ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer annähernd emissionsfreien Kohleverstromung. Sie stellt erstmals den Übergang vom Labor in die Praxis dar. Mit diesem Schritt leisten wir perspektivisch einen entscheidenden Beitrag zum globalen Klimaschutz“, so Vattenfall-Chef Lars G. Josefsson anlässlich der feierlichen Inbetriebnahme.
CO2 abgetrennt und verflüssigt
Technologische Basis der der so genannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) ist das Oxyfuel-Verfahren: Die Kohle wird dabei nicht mit Umgebungsluft sondern in einer Atmosphäre aus rezirkuliertem Rauchgas und reinem Sauerstoff verbrannt. Durch Auskondensieren kann das Kohlendioxid aus dem Rauchgasstrom getrennt und mittels Druck verflüssigt werden. So lässt es sich transportieren und in geeigneten geologischen Formationen tief unter der Erdoberfläche oder unter dem Meeresgrund speichern.