Eruptionen auf der Sonnenoberfläche, die so genannten Flares, sind so heftig, dass sie starke Sternenbeben auslösen. Das zeigen neue Daten der Weltraumsonde SOHO. Die Beobachtungen geben Astrophysikern neue Einblicke in eines der Rätsel unseres Zentralsterns und eröffnen auch neue Wege, um andere Sterne zu erkunden.
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Der äußere Bereich des Sonneninneren besteht aus einem sich ständig umwälzenden Strudel aus heißen Gasen. Turbulenzen in dieser Region erzeugen Muster aus Gräben und Höhen auf der Sonnenoberfläche. Das Sonnenobservatorium SOHO, ein Gemeinschaftsprojekt von ESA und NASA, ermöglicht zum ersten Mal, die Bewegungen dieser Wellen auf der Sonne näher zu untersuchen. Eine Art dieser Wellen, die so genannten Fünf-Minuten-Oszillationen, hat sich nun als besonders aufschlussreich erwiesen.
Nach geltender Lehrmeinung lassen sich diese Fünf-Minuten-Oszillationen mit dem Klang einer Glocke vergleichen, die in der Mitte der Sandwüste steht und ständig zufällig durch umherwirbelnde Sandkörner getroffen wird. Doch Christoffer Karoff und Hans Kjeldsen von der Universität von Aarhus in Dänemark entdeckten in den Beobachtungsdaten etwas ganz anderes.