Mit einer ganzen Armada von Teleskopen auf dem Erdboden und im Weltall haben Astronomen den am weitesten entfernten bislang bekannten „erwachsenen“ Galaxienhaufen entdeckt und seine Entfernung zur Erde bestimmt.
Wie sie in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ berichten, stammt das Licht, das sie dafür aufgefangen haben aus einer Zeit, als das Universum weniger als ein Viertel so alt war wie jetzt. Der junge Haufen zeigt überraschend große Ähnlichkeit mit den Galaxienhaufen im heutigen Universum, die ungleich mehr Zeit hatten, sich weiter zu entwickeln.
„Wir haben die Entfernung zu dem am weitesten entfernten ausgewachsenen Galaxienhaufen gemessen, den man je gefunden hat”, berichtet Raphael Gobat von der Université Paris Diderot, der Leiter der Studie. „Auch bei genauerer Betrachtung sieht man diesem Galaxienhaufen nicht an, dass er sehr jung ist. Viele seiner Galaxien sind bereits voll entwickelt und weisen kaum Ähnlichkeit mit den für das junge Universum typischen Galaxien auf, in denen sich besonders viele Sterne bilden.”
Schwerkraft hält Galaxienhaufen zusammen
Galaxienhaufen sind die größten durch Schwerkraft zusammengehaltenen Strukturen im Universum. Astronomen gehen davon aus, dass diese Haufen mit der Zeit allmählich immer größer werden. Im jungen Universum sollten massereiche Galaxienhaufen aus diesem Grunde noch recht selten sein. Zwar wurden auch noch weiter entfernte Galaxienhaufen beobachtet als der jetzt entdeckte. Diese scheinen aber keine ausgewachsenen Objekte zu sein, sondern junge Haufen, die noch im Entstehen begriffen sind.