Organische Leuchtdioden gelten als flexible und günstige Alternative zu normalen LEDs. Bisher allerdings ist die Lichtausbeute noch eher gering, denn die chaotische Anordnung der organischen Moleküle mindert die Leuchtkraft der OLEDs. Das könnte sich nun ändern: In „Nature Chemistry“ berichten Forscher über organische Moleküle, die die Strahlkraft der OLEDS verdoppeln könnten – dank ihrer Wagenrad-ähnlichen Form.
Erst steckten sie nur in den Bildschirmen von Handys, MP3-Playern und Digitalkameras. Nun gibt es bereits erste Fernseher mit organischen Leuchtdioden, kurz OLED. Im Gegensatz zu Displays mit Flüssigkristallen (LCD) benötigen diese Bildschirme keinerlei Hintergrundbeleuchtung. Die organischen Moleküle in ihrem Inneren strahlen selbst farbiges Licht ab. Das verleiht der Technik allerlei ansprechende Eigenschaften: Sie ist energieeffizient, sorgt für strahlende Farben und ermöglicht sogar die Herstellung flexibler Bildschirme. Die Beleuchtungsindustrie träumt gar von strahlenden Tapeten, die je nach Tageszeit ihre Farbe verändern.
Spaghettiform schluckt Licht
OLEDs sind in Schichten aufgebaut. Wird eine Spannung angelegt, wandern von Seiten der Kathode negative Ladungen – Elektronen – in die Diode. Auf Seiten der Anode entstehen positive Ladungen, Löcher genannt. Treffen sich die entgegen gesetzten Ladungen in der Mitte, wird Energie frei, die wiederum Elektronen in den organischen Molekülen der Emitter-Schicht anregt. Fallen diese auf ihr ursprüngliches Energieniveau zurück, senden sie ein Photon aus – sie leuchten.
Leider gehen bis zu 80 Prozent dieses Lichtes verloren. Grund dafür ist, dass die organischen Moleküle aufgrund ihrer spaghettiähnlichen Form polarisiertes Licht abgeben. „Da diese Lichtwellen nur in eine Richtung schwingen, kann das Licht im Inneren der OLED gefangen bleiben, die sich ein bisschen wie eine Glasfaser verhält“, sagt John Lupton von der University of Utah. Er ist Mitglied einer Gruppe um den Bonner Chemiker Vikas Aggarwal, die nun speziell geformte Moleküle entwickelt hat, um dieses Problem zu überwinden.