Winziger Stromlieferant: Künftig könnten medizinische Implantate mit im Körper erzeugtem Strom laufen statt mit einer Batterie. Denn Forschende haben eine Mini-Brennstoffzelle entwickelt, die körpereigene Glucose spaltet und so den nötigen Strom produziert. Dank eines hauchdünnen Keramik-Elektrolyten und Platinelektroden ist die nur 400 Nanometer dünne Glucose-Brennstoffzelle problemlos sterilisierbar und bioverträglich., wie das Team berichtet.
Medizinische Implantate wie Sensoren, Herzschrittmacher oder Elektroden zur Schmerzhemmung oder der tiefen Hirnstimulation benötigen zuverlässige und möglichst kleine Stromquellen. Bisher laufen gängige Implantate mit Lithium-Ionen-Akkus, doch diese Batterien können nicht beliebig verkleinert werden. Wissenschaftler suchen daher nach Möglichkeiten, Strom auf andere Wiese zu gewinnen, beispielsweise triboelektrisch aus der Bewegung des Herzens. Das ist jedoch nur bei bewegten Organen möglich.
Körpereigene Glucose als Energielieferant
Eine andere Lösung haben nun Philipp Simons vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und seine Kollegen entwickelt. Sie haben eine Glucose-Brennstoffzelle entwickelt, die körpereigenen Zucker in Elektrizität umwandelt. Glucose ist im Körper überall vorhanden, daher liege es nahe, dessen leicht verfügbare Energie elektrochemisch zu nutzen, so Simons. Die Idee einer Glucose-Brennstoffzelle ist nicht neu, schon in den 1960ern wurde damit experimentiert.
Frühere Ansätze nutzten Polymere als Elektrolytschicht. Weil diese aber hitzeempfindlich sind, ließen sie sich nur schlecht sterilisieren. Zudem sind waren nur schwer mit den Siliziumchips der gängigen Implantate zu verbinden und wurden daher schon früh durch die Lithium-Ionen-Akkus ersetzt. „Der jüngste Schub der Miniaturisierung von Bioelektronik hat den Bedarf an implantierbaren Stromquellen mit höherer Energiedichte geschaffen“, erklären die Forschenden.