Wärme als Antrieb: Forscher haben ein Mini-U-Boot konstruiert, das ganz ohne Strom oder Treibstoff auskommt. Der kleine Tauchroboter bewegt seine Antriebspaddel allein durch Wärme des umgebenden Wassers. Ein Prototyp kann bereits autonom Fracht aufnehmen und an einer bestimmten Stelle ablegen, wie die Forscher berichten. Aber auch andere einprogrammierte Aufgaben sollen die schwimmenden Minihelfer künftig erledigen können.
Mini-U-Boote liegen im Trend: Weltweit arbeiten Forscher an verschiedensten Versionen winziger Tauchvehikel, die sich mehr oder weniger eigenständig durch Flüssigkeiten bewegen können. Unter ihnen sind Nano-U-Boote mit Lichtantrieb, aber auch ein röhrchenförmiges U-Boot mit dem kleinsten Düsenantrieb der Welt. Solche Minivehikel könnten eines Tages beispielsweise in Leitungen schwimmen und Reparaturen durchführen oder auch Wirkstoffe im menschlichen Blut an ihr Ziel bringen.
Polymerstreifen als „Muskeln“
Ein neues Antriebskonzept für Mini-U-Boote hat nun ein Forscherteam um Kristina Shea von der ETH Zürich entwickelt. Das Vehikel ist 7,5 Zentimeter lang und wurde komplett am 3D-Drtucker hergestellt. Das Besondere aber: „Wir demonstrieren einen kabellosen, schwimmenden Roboter, der einprogrammierte Aufgaben ohne Elektronik, Kontroller oder Stromquellen an Bord bewältigen kann“, erklären die Forscher.
Möglich wird dies, weil das U-Boot Temperaturschwankungen im Wasser als Antrieb nutzt. Dafür konstruierten die Wissenschaftler Paddel, die aus jeweils zwei Streifen eines Polymers mit Formgedächtnis bestehen. Diese Streifen dienen dem U-Boot als Muskeln: Ähnlich wie bei einem Bimetallstreifen verändert sich die Krümmung der Paddel, wenn das Vehikel in wärmeres oder kälteres Wasser kommt.