Smarte Textilien leicht gemacht: Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um Elektronik in Kunstfasern zu integrieren. Dabei werden Leuchtdioden, Leitungen und Sensoren vor dem Ausziehen der Kunstfasern in die Rohlinge eingesetzt. Der Vorteil: Die Elektronik kann auf große Längen ausgezogen werden, ist robust genug für das Verweben und sogar absolut wasserfest. Sogar die Waschmaschine überstehen die neuartigen Elektronik-Textilien, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.
Ob farbig leuchtende T-Shirts, sensorbestückte Jacken oder andere elektronisch „aufgerüstete“ Kleidungsstücke – schon länger suchen Forscher nach Methoden, um Elektronik in Kleidung zu integrieren. Erste Versuche mit eingewebten Aluminiumdrähten, gewundenen Kupferleitungen oder Leitungen, die mit einem organischen Lichtemitter beschichtet sind, gab es bereits. Sogar hauchdünne, flexible organische Solarzellen für Textilgewebe gibt es schon.
Wie kommt die Elektronik in die Faser?
Das Problem jedoch: Die meisten dieser „smarten“ Textilien sind bisher wenig robust, nur bedingt wasserfest und die Bauteile müssen nachträglich in das Gewebe eingebracht werden – das bedeutet mehr Aufwand. Eine Möglichkeit, beispielsweise Leuchtdioden oder Fotosensoren direkt in synthetische Textilfasern zu integrieren, fehlte bisher weitgehend – auch weil diese Kunstfasern unter zu großer Hitze zu Fäden ausgezogen werden.
Jetzt jedoch haben Michael Rein vom Massachusetts Institute of Technology und sein Team eine Lösung für dieses Problem entwickelt. Bei ihrer Technik werden die Elektronikbauteile bereits in die Rohlinge für die Kunstfasern eingesetzt. Aus diesen sogenannten Preforms – dünnen Stäben aus Polymermaterial – werden in den Textilfabriken unter Hitzeeinwirkung die kilometerlangen, dünnen Kunstfasern gezogen.