Der Weltraum. Unendliche Weiten – und viel Platz für Wissenschaft. Doch welche Themen eignen sich zur Erforschung in der Schwerelosigkeit? Wie sehen die Pläne für mittel- und langfristige Projekte aus? Welche Möglichkeiten der Förderung gibt es? Solche Fragen diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Politik auf einem Workshop, zu dem das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik eingeladen hatte. Ziel der Veranstaltung: Die Vorbereitung eines Strategiepapiers zur nationalen Raumfahrt.
„Die Zeiten für die Raumfahrt sind heute so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr“, sagte Jürgen Breitkopf, Geschäftsführer von Kayser-Threde, zu Beginn der Veranstaltung. Das betreffe sowohl das Budget, als auch die Möglichkeit, von Deutschland aus europaweit Schlüsselpositionen zu besetzen. Breitkopf appellierte an die Forscher, solide und langfristige Pläne aufzustellen. „Dann bestehen gute Chancen, dass sie auch umgesetzt werden.“ Wichtig sei der offene Dialog zwischen den Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Und der stand im Mittelpunkt des Münchner Workshops.
Deutsche Wissenschaftler führend
Der Ausgangspunkt ist gar nicht so schlecht: Nach den Worten von Ludwig Baumgarten, Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), ist Deutschland bei der Forschung unter Schwerelosigkeit ganz vorn dabei. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Experimente mit komplexen Plasmen oder dem Bose-Einstein-Kondensat.
„Auch bei LISA und LISA-Pathfinder, Missionen zum Nachweis von Gravitationswellen, sind deutsche Wissenschaftler führend“, sagte Baumgarten. Sein Fazit: „Ein starkes nationales Programm ist die beste Voraussetzung, sich auch an europäischen Projekten zu beteiligen.“