Entwarnung für Pedelec-Fahrer: Wer mit einem Elektrofahrrad fährt, hat prinzipiell kein höheres Unfallrisiko als normale Fahrradfahrer. Das belegt nun eine Studie deutscher Forscher. Zwar kann man mit einem Pedelec schneller fahren, aber die Situationen, in denen es im Verkehr brenzlig wird, sind die gleichen.
Elektrofahrräder liegen im Trend. Allein im Jahr 2013 wurden in Deutschland 410.000 solcher Pedelecs verkauft – Tendenz steigend. Vor allem bei älteren Menschen erfreut sich das Fahren mit Motorunterstützung steigender Beliebtheit. Das aber könnte für sie auch neue Risiken bringen. Denn im Gegensatz zu normalen Fahrrädern können sie per Pedelec höhere Geschwindigkeiten erreichen. Ob das tatsächlich der Fall ist und ob dadurch das Unfallrisiko für Pedelecfahrer steigt, haben nun Forscher der Technischen Universität Chemnitz genauer untersucht.
Für die Studie brachten die Forscher an den Zweirädern von 90 Teilnehmern Sensoren und Kameras an. Unter den 16 bis 83 Jahre alten Probanden waren 31 Fahrradfahrer, 49 Fahrer eines Pedelecs mit Höchstgeschwindigkeit 25 km/h und zehn Fahrer eines S-Pedelecs, das sogar Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h erreicht. Über einen Zeitraum von vier Wochen ermittelten die Wissenschaftler dann das Fahrverhalten der Teilnehmer und befragten sie über ihre subjektiven Erfahrungen im Straßenverkehr.
Gleichviele brenzlige Situationen
Das Ergebnis gibt zunächst Entwarnung: Der Vergleich von Fahrräder und Elektrofahrrädern zeigte, dass Elektrofahrräder per se keinem erhöhten oder anders gelagertem Sicherheitsrisiko unterliegen als Fahrräder. Zwar sind Pedelec-Fahrer tatsächlich geringfügig schneller unterwegs als Fahrradfahrer. Sie scheinen die Motorunterstützung aber in erster Linie einzusetzen, um mit geringerem Aufwand Geschwindigkeiten zu erzielen wie sie auch mit herkömmlichen Fahrrädern erreicht werden, wie die Forscher berichten.