Physikern ist es erstmals gelungen, elektronische Informationen zu teleportieren. Die in einem Quantenchip gespeicherten Daten wurden immerhin über eine Strecke von sechs Millimetern gebeamt. Das ist zwar noch einiges vom Beamen aus Science-Fiction-Serien wie „Star Trek“ entfernt, es ist aber ein wichtiger erster Schritt, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Denn das Verfahren ist eine wichtige Voraussetzung für Quantencomputer und extrem schnell: Pro Sekunde lassen sich damit etwa 10.000 Quantenbits übertragen.
„Bei der gewöhnlichen Telekommunikation wird die Information über elektromagnetische Impulse übertragen“, erklärt Studienleiter Andreas Wallraff, von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) „Beispielsweise transportiert man im Mobilfunk gepulste Radiowellen und in Glasfaserverbindungen gepulste Lichtwellen.“ Bei der Quantenteleportation hingegen transportiert man nicht den Informationsträger selbst, sondern ausschließlich die Information. Das wird möglich, indem eine besondere Eigenschaft des Quantensystems genutzt wird, die sogenannte Verschränkung.
Dabei handelt sich um einen speziellen Überlagerungszustand. In diesen Zustand sind beispielsweise zwei verschränkte Bits an Information eine Zeitlang weder 0 noch 1, sondern beides gleichermaßen. Erst wenn einer der beiden Bits ausgelesen wird, bricht diese Überlagerung zusammen und er „entscheidet“ sich für einen der beiden Zustände. Das bringt den mit ihm verschränkten Bit dazu, sich ebenfalls zu entscheiden. Dieses Prinzip haben die Forscher nun auch für ihre Teleportation von Informationen genutzt.
Verschwindet beim Sender und erscheint beim Empfänger
Zur Vorbereitung der Quantenteleportation programmierten die Physiker zunächst eine quantenmechanische Information auf einem Quantenchip. Die Information bestand dabei aus dem Zustand zweier gekoppelter Quantenbits – einzelner supraleitender Ionen, sogenannter Transmon Qubits. Sie wurden so verknüpft, dass sie wie ein winziger elektronischer Schaltkreis wirken, ein sogenanntes CNOT-Gate. An anderen Ende des Chips befand sich ein drittes Qubit, das mit dem zweiten Qubits des Senders verschränkt war. Für das eigentliche Beamen liest der Sender seine beiden Qubits aus. Dadurch bricht die Überlagerung mit dem dritten zusammen und dieses ändert nun seinen Zustand so, dass es genau dem des ersten Qubit des Senders entspricht.