Der Spin von Elektronen lässt sich in geeigneten Molekülen elektrisch gezielt beeinflussen. Dies hat jetzt ein internationales Wissenschaftlerteam gezeigt. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Realisierung eines Quantencomputers.
Ein solcher könnte in Zukunft Rechenleistungen bereitstellen, die um ein Vielfaches höher liegen als bei heutigen, konventionellen Rechnern. Ermöglicht wird dies durch das Verwenden von so genannten Quantenbits (Qubits) anstelle von klassischen Bits, also den Zuständen 0 und 1.
Der in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature Nanotechnology“ veröffentlichte Vorschlag vereint die Vorteile der molekularen Elektronik mit den in den letzten Jahren äußerst erfolgreichen Ansätzen der festkörperbasierten Quanteninformationsverarbeitung. Erstere bestehen in einer extremen Miniaturisierung bis hinunter auf das Niveau einzelner Moleküle.
Gesteuerte Selbstorganisation
Mittels der chemischen Bottom-up-Methode – das heißt der durch chemische Reaktionen gesteuerten Selbstorganisation – lassen sich komplexe Schaltkreise aufbauen. Auf der anderen Seite haben die Fortschritte beim Bau eines festkörperbasierten Quantencomputers gezeigt, dass eine elektrische Steuerung von Quantenalgorithmen im Rahmen eines physikalischen Top-down-Zugangs sehr effizient möglich ist.