UV-Schutz aus der Natur: Forscher haben eine komplett aus natürlichen Zutaten bestehende Sonnencreme entwickelt. Statt anorganischer Nanopartikel übernehmen Aminosäuren aus Algen den Sonnenschutz, als Trägermaterial dient Chitosan aus Krebsschalen. Das Mittel schützt nicht nur wirksam gegen UVA und UVB-Strahlung, es lässt sich sogar als transparenter Wundschutz oder UV-Schutzlack verwenden, berichten die Forscher.
Gängige Sonnenschutzmittel nutzen anorganische, stark reflektierende Partikel, um Haut vor der UV-Strahlung der Sonne abzuschirmen. Wie winzige Spiegel reflektieren sie die schädliche Strahlung. Viele dieser Produkte enthalten allerdings Nanopartikel wie Titandioxid, die wegen ihrer potenziell schädlichen Wirkung auf die menschliche Gesundheit umstritten sind. Negative Folgen wurden unter anderem bereits für Wasserorganismen, bei Fadenwürmern und in Zellkulturen nachgewiesen.
Zwei Naturstoffe kombiniert
Vincent Bulone von der University of Adelaide und seine Kollegen haben daher nach natürlichen Alternativen gesucht. Fündig wurden sie bei einem Molekül, das unter anderem von Algen und Cyanobakterien als UV-Schutz produziert wird. Es handelt sich um sogenannte Mycosporin-ähnliche Aminosäuren (MAA). Auch tropische Fische reichern diese Substanz in ihrem Schleim und in den Augen an, um sich gegen die Sonne zu schützen.
Diesen natürlichen UV-Schutz kombinierten die Forscher mit einem ebenfalls natürlichen Trägermaterial, dem Chitosan. Dieses aus Krebsschalen isolierte Biopolymer wird bereits als Wundverband gegen Blutungen und in Biokunststoffen für die Lebensmittelverpackung getestet. Die Kombination beider ermöglicht es, stabile Cremes, Beschichtungen und sogar dünne Folien herzustellen, wie die Wissenschaftler berichten.