Magnetischer Rekord: Ein aus einem Hochtemperatur-Supraleiter konstruierter Magnet hat das bisher stärkste anhaltende Magnetfeld erzeugt. Der Magnet erreichte Feldstärke von 45,5 Tesla – und damit mehr als die bisherigen Spitzenwerte herkömmlicher Gleichstrom-Elektromagneten und supraleitender Magneten. Die neue Konstruktion eröffne damit einen Weg zu noch stärkeren Magneten für Medizin, Physik und technische Anwendungen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“.
Starke Magnetfelder werden in vielen Bereichen der Forschung und Technik gebraucht. In der Medizin ermöglichen sie die Magnetresonanztomografie (MRT), in der physikalischen Grundlagenforschung treiben Magnete Teilchenbeschleuniger wie den Large Hadron Collider (LHC) an oder erzeugen Magnetfelder für quantenphysikalische Experimente und Analysen. Auch Testreaktoren für die Kernfusion wie Wendelstein 7-X benötigen starke Magnetfelder, um das heiße Plasma einzuschließen.
Hohe Feldstärken gesucht
Das Problem jedoch: Um extrem starke Magnetfelder zu erzeugen, benötigen herkömmliche Elektromagnete enorme Mengen an Energie. Um ein Feld von 45 Tesla zu erzeugen – der bisher stärksten erreichten anhaltenden Feldintensität, werden Magnete mit 31 Megawatt eingesetzt. „Solche leistungsstarken Widerstands-Magneten stehen jedoch nur in wenigen Anlagen weltweit zur Verfügung“, erklären Seungyong Hahn von der Florida State University in Tallahassee und seine Kollegen.
Zwar gibt es Magnete, die noch höhere Feldstärken von 90 Tesla und sogar 1.200 Tesla erreichen können, diese können jedoch nur über wenige Millisekunden aufrecht erhalten werden. Um höhere Feldstärken auch längere Zeit zu generieren, kommen in letzter Zeit immer häufiger Hochtemperatur-Supraleiter in Form von Cupraten zum Einsatz. Wegen ihres geringen Widerstands benötigen diese weniger Energie, erreichten aber bisher geringere Feldstärken als herkömmliche Elektromagnete.