Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte: Empfinden wir das Lächeln unseres Gegenüber als ehrlich, dann halten wir ihn automatisch auch für vertrauenswürdiger. Dies hat ein internationales Forscherteam nun in einem Verhaltensexperiment bestätigt. Mitmenschen sind demnach kooperativer, wenn man ihnen mit einem überzeugenden Lächeln begegnet. Die Studie zeigt aber auch: Wir lächeln nicht nur, wenn wir es ehrlich meinen, sondern vor allem dann, wenn es sich lohnt.
Lächeln ist ein elementarer Bestandteil der Kommunikation zwischen Menschen in jeder Gesellschaft. Der Ursprung und die genaue Bedeutung dieser Geste sind allerdings nicht vollständig geklärt. Manche Forscher vermuten, dass das Lächeln im Laufe der Evolution aus einer Art Unterwerfungsgeste heraus entstanden ist, wie bei Affen beobachtet werden kann. Sozial tiefer gestellte Tiere ziehen dabei ihre Lippen zurück und stellen ihre Zahnreihen bloß. Dadurch zeigen sie ihre Unterwürfigkeit gegenüber dominanten Artgenossen an.
Kommunikation oder Ausdruck der Gefühle?
Beim Menschen könnte sich die soziale Funktion des Lächelns erweitert und teilweise umgekehrt haben: Auch dominante Individuen verwenden eine imitierte Unterwerfungsgeste und signalisieren dadurch, dass sie vertrauenswürdig sind. Es ist jedoch immer noch unklar, ob das menschliche Lächeln tatsächlich der Kommunikation dient oder ob es lediglich ein unwillkürlicher Ausdruck der eigenen Gefühlslage ist.
Manfred Milinski vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön und seine Kollegen haben deshalb zusammen ein Verhaltensexperiment entwickelt, mit dem sie die Wirkung des Lächelns auf die Kooperationsbereitschaft messen können. Jeweils zwei Versuchsteilnehmer mussten dabei zusammenarbeiten, um einen geringen Geldbetrag zu erhalten. Nur einer der beiden Probanden bekam von den Forschern zunächst vier Euro zur Verfügung gestellt. Der andere Teilnehmer, der sogenannte Treuhänder, stellte sich dann in einem kurzen Videoclip vor und bat seinen Mitspieler, ihm den Geldbetrag zu schicken. Der Text war dabei vorgegeben, es kam also ganz auf die vermittelte Glaubwürdigkeit an – und besonders auf das Lächeln.