Zurück in die Steinzeit? Nicht bei der Ernährung: Getreide ist viel besser als sein Ruf – solange es Vollkorngetreide ist. Englische Wissenschaftler bezeichnen die angeblich gesündere kohlenhydrat-arme „Steinzeitdiät“ als Mythos: Menschen seien mittlerweile an den Getreideverzehr angepasst. Low-Carb-Diäten ohne Getreide seien nicht erfolgreicher als eine generell ausgewogene Ernährung. Die Forscher sehen daher keinen Grund, auf gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien aus Vollkorngetreide zu verzichten.
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Frühe Menschen lebten von der Jagd und von gesammelten Früchten und Gemüse – Getreide stand nur selten auf dem Speiseplan. Ein wachsender Teil der heutigen Bevölkerung macht darum Getreideprodukte, insbesondere Weizen, für zunehmende Probleme wie Übergewicht und Magen-Darm-Krankheiten verantwortlich, und plädiert für einen Verzicht darauf. Weizen- und gluten-freie Nahrungsmittel sind immer beliebter. Schadet also Weizen oder gar Getreide generell der Gesundheit? Sollten wir zurückkehren zu einer „ursprünglichen“ Ernährungsweise wie zu einer Zeit, als der Getreideanbau dem Menschen noch fremd war?
Längst an Getreideverzehr angepasst
Diese Sichtweise haben Wissenschaftler um Rob Lillywhite von der Universität im englischen Warwick zum größten Teil als Mythos entlarvt: „Abgesehen von den zwei Prozent der Bevölkerung, die an Zöliakie oder anderen Unverträglichkeiten gegenüber Weizen leiden, gibt es überwältigende Beweise für einen deutlichen Nutzen einer auf Vollkorn basierenden Ernährung für die Gesundheit“, sagt Lillywhite.