Geheimzutat Vulkanasche: Viele römische Bauwerke haben selbst schwere Erdbeben überstanden. Was die Bauten so stabil machte, haben Forscher nun herausgefunden: der Römer-Zement. Dieser mit Vulkanasche angemischte Mörtel bildet ein dichtes Mineralgeflecht, das die Mauern gegen zerstörerische Mikrorisse schützt.
Das Trajansforum in Rom ist eine echte Shopping-Mall der Antike: Auf drei Stockwerken verteilt boten Händler in 150 Läden ihre Waren feil. Gewaltige Bögen, Innenhöfe und eine Bibliothek ergänzten das Angebot im dem 143 nach Christus fertiggestellten Bau. Faszinierend aber ist nicht nur die Größe, sondern vor allem die Stabilität und Standfestigkeit der Trajansmärkte: Sie überstanden im Laufe ihrer rund 1.900 Jahre alten Geschichte mehrere starke Erdbeben und zeigen zudem kaum Spuren der Erosion.
Zement als Schlüssel?
Was aber macht dieses und andere römische Bauwerke so erstaunlich stabil? Marie Jackson von der University of California in Berkeley und ihre Kollegen sind dieser Frage nachgegangen. Ihr Verdacht: Der zementartige Mörtel, mit dem die Römer die Tuffstein-Bausteine verklebten, ist der Schlüssel für diese bemerkenswerte Widerstandskraft. Schon 2013 hatten Forscher diesen Zement im Zusammenhang mit den stabilen Hafenanlagen der Römer untersucht und dabei entscheidende Unterschiede zu unserem heutigen Beton entdeckt.
Heute wird Zement hergestellt, indem gemahlener Kalk und Ton bei rund 1.450 Grad Celsius gebrannt werden. Dabei entsteht ein komplexes Gemisch aus Kalziumsilikaten und anderen Elementen. Härtet der mit Wasser versetzte Zement aus, entstehen Kalziumsilikat-Hydrate, kristalline Verbindungen, die dem Material große Festigkeit verleihen.