Plötzliches Ende: Auch in Europa endete die Kreidezeit eher abrupt – und mit ihr die Ära der Dinosaurier. Das belegt eine umfassende Auswertung von Fossilfunden aus der späten Kreidezeit unseres Kontinents. Demnach florierte hier die Dinosaurier-Welt bis kurz vor ihrem endgültigen Aus vor rund 65 Millionen Jahren. Das liefert neue Argumente gegen die Theorie eines schon vorher beginnenden Niedergangs der Riesenechsen.
Die Debatte um den wahren Grund für das Aussterben der Dinosaurier nimmt kein Ende. Die einen gehen davon aus, dass die Riesenechsen schon vor dem katastrophalen Einschlag eines Asteroiden durch Vulkanausbrüche und einen Klimawandel ausgedünnt wurden. Andere dagegen sehen eher Indizien für ein plötzliches Ende der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren.
Europa als kreidezeitliche Inselwelt
„Jeder weiß, dass ein Asteroid die Erde vor rund 65 Millionen Jahren traf und die Dinosaurier daraufhin verschwanden“, erklärt Stephen Brusatte von der University of Edinburgh. „Aber die Belege dafür stammen bisher meist aus nur einem Teil der Welt – aus Nordamerika.“ Denn dort finden sich die ausgedehntesten Fundstätten für Dinosaurier aus der späten Kreidezeit. Das allerdings wirft die Frage auf, wie aussagekräftig diese Fossilien für die Entwicklung im Rest der Welt sind.

Um das zu klären, haben Zoltán Csiki-Sava von der Universität von Bukarest und seine Kollegen nun erstmals alle Fossilfunde aus der späten Kreidezeit ausgewertet, die in den letzten 25 Jahren in Europa entdeckt worden sind. Europa war vor rund 70 Millionen Jahren eine sich stetig verändernde Insellandschaft. Auch dies ist ein Grund dafür, dass in Europa vergleichsweise weniger Dinosaurierfossilien erhalten geblieben sind als im stabileren Nordamerika.