Super-Saturn: Astronomen haben erstmals einen Exoplaneten mit einem komplexen Ringsystem entdeckt – und was für einem. Die Ringe erstrecken sich über gut 180 Millionen Kilometer und sind erheblich dichter als die Ringe des Saturn. Eine Lücke im System deutet zudem darauf hin, dass hier bereits ein Mond entstanden ist – er könnte so groß wie die Erde sein, wie die Forscher im Fachmagazin „The Astrophysical Journal“ berichten.
Komplexe Ringsysteme wie die des Saturn sind für Astronomen ein spannendes Phänomen. Denn an ihnen lässt sich die Bildung von Monden quasi live beobachten: Aus den Ringen aus Staub und Eis entstehen, so die Theorie, im Laufe der Zeit immer größere Materialklumpen, die das Ringmaterial in ihrer Nähe „einsammeln“. Dadurch entstehen Lücken in den Ringen, in denen Monde kreisen. Nach und nach wird auf diese Wiese alles Ringmaterial in größeren Objekten konzentriert.
„Schon seit Jahrzehnten vermuten Planetenforscher, dass Planeten wie Jupiter und Saturn in ihrer Frühzeit eine Staubscheibe um sich hatten, die dann zur Bildung ihrer Trabanten führte“, erklärt Eric Mamajek von der University of Rochester. Doch ein Beispiel für eine solche Scheibe um einen Gasriesen fehlte. 2012 dann entdeckten Mamajek und seine Kollegen einen jungen Stern, dessen Licht regelmäßig von etwas gedimmt wurde. Nähere Untersuchungen ergaben, dass J1407 von einem jungen Gasriesen umkreist wird, der ein gewaltiges Ringsystem besitzen muss.
Ein echter Super-Saturn
Mamajek und sein Kollege Matthew Kentworthy von der Universität Leiden haben nun diesen Gasriesen und seine Ringe bei einem der Transits des Planeten vor seinem Stern näher untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen: Das Ringsystem des Gasriesen J1407b ist riesig. Es hat einen Radius von rund 90 Millionen Kilometern – das entspricht etwa dem 200-Fachen der Ringe des Saturn. Der Planet ist ebenfalls nicht gerade klein, er umfasst 10 bis 40 Jupitermassen.