Klein aber oho: Physiker haben den ersten Prototyp eines nur 1,5 Zentimeter langen Teilchenbeschleunigers konstruiert. Das Modul beschleunigt Elektronen mittels Terahertz-Strahlung und ist rund hundertfach kleiner als herkömmliche Synchrotron-Module. Solche ultrakompakten Beschleuniger könnte künftig für Anwendungen in der Materialforschung, der Medizin und Teilchenphysik sowie bei Röntgenlasern eingesetzt werden, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.
Teilchenbeschleuniger werden heute nicht nur benötigt, um bei Kollisionen die Grundbausteine der Materie zu erforschen. Auch bei der Erzeugung von energiereichen Röntgen- und Elektronenstrahlen werden Beschleuniger gebraucht. Freie-Elektronen -Laser (FEL) erzeugen beispielsweise Laserblitze, indem sie schnelle Elektronen aus einem Teilchenbeschleuniger auf einen Slalomkurs schicken. In jeder Kurve geben die Elektronen dann Licht ab – den Laserblitz.
Terahertz statt Radiowellen
Üblicherweise wird in solchen Teilchenbeschleunigern elektromagnetische Strahlung im Hochfrequenzbereich von Radiowellen verwendet, beim Beschleuniger PETRA III am Deutschen Elektronen-Synchrotron beträgt dieser Wert beispielweise 500 Megahertz. Der Nachteil: Solche Anlagen sind sehr groß, im Falle des europäischen Röntgenlasers XFEL sind es drei Kilometer.
Doch es geht auch sehr viel kleiner, wie Emilio Nanni vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und seine Kollegen nun belegen. Sie haben den Prototyp eines Teilchenbeschleunigers entwickelt, der mit Terahertz-Strahlung funktioniert. Deren Wellenlängen liegen zwischen denen von Infrarotlicht und Mikrowellen und sind damit rund tausendmal kürzer als die Radiowellen der bisherigen Synchrotrone. „Der Vorteil: Alles wird tausendmal kleiner“, erläutert Seniorautor Franz Kärtner vom MIT.