Von wegen harmlos: Auch wenn auf einem Plastikgegenstand „frei von Bisphenol A“steht, kann er gesundheitsschädlich sein. Denn der inzwischen häufig eingesetzte Ersatzstoff Bisphenol S hat ebenfalls eine hormonähnliche Wirkung, wie US-Forscher bei Experimenten mit Zebrafischen feststellten. Der Ersatzstoff löste bei den Fischembryonen die gleichen Folgen aus wie Bisphenol A. Er sei daher keineswegs harmlos, betonen die Forscher im Fachmagazin „Endocrinology“.
Der Plastik-Zusatzstoff Bisphenol A (BPA) gilt als endokriner Disruptor – als Chemikalie, die hormonähnlich wirkt und deshalb störend in die hormonellen Regelkreise des Körpers eingreift. Bei männlichen Tieren führt die Chemikalie zu einer Verweiblichung, sie kann ihr Verhalten verändern und möglicherweise sogar das Autismus-Risiko von Kindern fördern.
Ist der Ersatzstoff unschädlicher?
Wegen der zunehmenden Bedenken und ersten Verboten von Bisphenol A in Produkten für Kinder, haben Kunststoffhersteller damit begonnen, nach Ersatzstoffen für das Bisphenol A zu suchen. Einige ersetzen es bereits durch das chemisch sehr ähnliche Bisphenol S (BPS) und werben damit, „frei von Bisphenol A“ zu sein.
Ob der Ersatzstoff Bisphenol S unschädlicher als Bisphenol A ist, haben nun Forscher unter Leitung von Nancy Wayne von der University of California in Los Angeles untersucht. Für ihre Studie setzten sie Zebrafischeier geringen Mengen von BPA oder BPS aus. Die Konzentrationen entsprachen in etwa denen, wie sie auch in Gewässern gefunden werden, wie die Forscher berichten.