Raffinierte Abschreckung: Ein täuschend echter Roboter-Falke soll künftig Vogelschwärme von Flugplätzen und anderen kritischen Orten fernhalten. Der ferngesteuerte Flugroboter sieht dabei nicht nur aus wie ein Greifvogel, er fliegt auch wie dieser durch Flügelschlag. Deshalb schlägt er kleinere Vögel effektiv in die Flucht. Am Flughafen Weeze am Niederrhein absolviert der Roboter-Falke zurzeit einen ersten Praxistest.
Zusammenstöße mit Vögeln sind teuer: Der materielle Schaden auf Flughäfen wird weltweit auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Versagen der Triebwerke und der Absturz des Flugzeugs. Aber auch in der Landwirtschaft, in der Müllverarbeitung, an Häfen sowie in der Öl- und Gasindustrie verursachen Vogelschwärme Milliardenschäden. Nicht zuletzt, weil sich die intelligenten Tiere an bestehende Lösungen zur Vogelabwehr gewöhnen – und sich dadurch nicht lange beeinflussen lassen.
Roboter mit Falken-Look und Flügelschlag
Eine ungewöhnliche Lösung für dieses Problem haben nun Nico Nijenhuis und seine Kollegen von der Universität Twente in den Niederlanden gefunden: einen Flugroboter im täuschend echten Greifvogel-Look. Der ferngesteuerte „Robird“ sieht nicht nur rein äußerlich einem Falken verblüffend ähnlich, er fliegt auch wie ein Vogel mit auf- und abschlagenden Flügeln.

Die Aufgabe dieses Roboter-Falken: Er soll Vögel und Vogelschwärme überall dort vertreiben, wo sie eine Gefahr darstellen oder lästig sind. „Vögel lernen, das Jagdgebiet eines Greifvogels zu meiden“, erklären die Forschere, die für die Produktion und Vermarktung ihres Robotervogels ein Spin-Off gegründet haben. „Als folge sinken die Vogelzahlen um 50 Prozent und mehr, je nach Ort und Umweltbedingungen.“