Paradoxe Zunahme: Obwohl die anthropogenen Treibhausgas-Emissionen seit drei Jahren fast stagnieren, hat das CO2 in der Atmosphäre einen neuen Wachstumsrekord erreicht. 23 Gigatonnen CO2 gelangten im Jahr 2015 in die Luft, 2016 könnten es sogar 25 Gigatonnen werden. Der Grund dafür: Wärme und Trockenheit vor allem in den Tropen hemmen die Pufferwirkung der Landökosysteme.
Eigentlich gibt es Grund für zumindest ein wenig Hoffnung: 2016 werden die weltweiten CO2-Emissionen wahrscheinlich zum dritten Mal in Folge nahezu stagnieren. Laut Berechnungen des Global Carbon Project (GCP) wird der CO2-Ausstoß durch fossile Energien und Industrie dieses Jahr etwa bei 36,4 Gigatonnen (Gt) liegen. 2015 lag er bei 36,3 Gt und 2014 bei 36,2 Gt. Das könnte bedeuten, dass der Klimaschutz es geschafft hat, zumindest das ungebremste Wachstum der Emissionen einzugrenzen.
Allerdings: Für das im Klima-Abkommen von Paris festgeschriebene Ziel von nur zwei Grad Erwärmung wird dies nicht ausreichen. „Die Pause im Emissionswachstum ist zwar eine große Hilfe, reicht aber nicht aus“, betont Corinne Le Quéré von der University of East Anglia. „Die Emissionen müssen rapide gesenkt werden.“
China hat gesenkt, Deutschland nicht
Zu den Staaten, die ihre CO2-Emissionen gegenüber den Vorjahren gesenkt haben, gehört vor allem China, der weltgrößte Emittent. 2015 reduzierte sich der CO2-Ausstoß um 0,7 Prozent, 2016 könnten es dem „Global Carbon Budget 2016“-Report zufolge weitere 0,5 Prozent weniger werden – wenngleich die Daten aus China noch mit Unsicherheiten verbunden sind.