Rätselhafte Diskrepanz: Der wahre Wert für die Ausdehnung des Universums bleibt weiterhin unklar. Denn eine Messung auf Basis von Gravitationslinsen kommt nun erneut zu einem deutlich höheren Wert als der Planck-Satellit. Für die Hubble-Konstante und damit das Tempo der kosmischen Expansion stehen damit noch immer zwei ganz unterschiedliche Werte im Raum – möglicherweise ein Hinweis auf eine neue Physik jenseits des Standardmodells der Kosmologie.
Die Expansion des Universums hat sich in den letzten Milliarden Jahren beschleunigt – so viel scheint klar. Astronomen vermuten dahinter das Wirken der noch immer mysteriösen Dunklen Energie. Doch wie hoch die Hubble-Konstante und damit das Tempo der Expansion tatsächlich ist, darüber herrscht heute mehr Unklarheit denn je.
Klare Diskrepanzen
Auf einer Seite stehen die Daten des Planck-Satelliten. Aus seiner Vermessung der kosmischen Hintergrundstrahlung ergibt sich eine Hubble-Konstante von 67,15 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec (km/s/Mpc). Demgegenüber stehen Ergebnisse mehrerer jüngster Studien, die anhand von Supernovae, veränderlichen Sternen und Galaxien auf Werte von über 70 km/s/Mpc kamen – ein Indiz für eine deutlich schnellere Expansion.
Doch welche Messungen stimmen? Die Hubble-Konstante bildet eine wichtige Basis für unser kosmologisches und auch physikalisches Standardmodell. Sie genau zu kennen ist daher entscheidend. „Die Hubble-Konstante kann bestätigen oder aber widerlegen, ob unser Bild des Universums korrekt ist oder ob wir etwas Fundamentales übersehen“, erklärt Sherry Suyu vom Max-Planck-Institut für Astrophysik und Leiterin der H0LiCOW Collaboration.