Falscher Alarm? Offenbar steht der Erde doch keine magnetische Umpolung bevor – trotz messbarer Abschwächung des Erdmagnetfelds. Denn vor einigen zehntausend Jahren gab es schon einmal zwei Phasen, in denen das Magnetfeld ganz ähnliche Schwächezonen aufwies, wie Forscher herausgefunden haben. Damals jedoch erholte sich der „Magnet Erde“ wieder. Die Phasen einer tatsächlichen Polumkehr kündigten sich dagegen mit einem ganz anderen Schwächemuster an, so die Wissenschaftler.
Das Magnetfeld der Erde ist ein überlebenswichtiger Schutzschild für das Leben auf unserem Planeten. Doch die Feldstärke dieses Schutzschilds nimmt kontinuierlich ab – um rund fünf Prozent pro Jahrhundert, wie Messreihen seit 1840 nahelegen. Zudem hat sich die Achse des Dipolfeldes bereits deutlich verschoben und über dem Südatlantik ist eine ausgedehnte Schwächezone des Magnetfelds entstanden.
Droht eine Polumkehr?
Kündigen diese Trends eine bevorstehende Umpolung des Erdmagnetfelds an? Die Antwort war bisher strittig. Dagegen spricht, dass das Magnetfeld trotz Schwächezone und Abnahme der Feldstärken heute stärker ist als in weiten Teilen der jüngeren Erdgeschichte. Zudem hat es in der Erdgeschichte immer wieder Schwankungen des Magnetfelds gegeben, die nicht zu einer Polumkehr führten.
Für eine bevorstehende Polumkehr spricht dagegen, dass diese typischerweise durch eine Abschwächung des Magnetfelds und durch lokale Ausfälle und Umpolungen des Felds eingeleitet werden – und die jetzigen Trends könnten nach Ansicht einiger Forscher eine Vorstufe dafür sein. Zudem fand der letzte Polwechsel bereits vor rund 780.000 Jahren statt und wäre demnach eigentlich überfällig.